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Forum: Fahrbericht Suzuki GSX 1400 Weiteremfehlen Fahrbericht Suzuki GSX 1400
29.08.2002 - Test & Technik...

Fahrbericht Suzuki GSX 1400

Fahrbericht Suzuki GSX 1400
Fahrbericht Suzuki GSX 1400
Fahrbericht Suzuki GSX 1400
Fahrbericht Suzuki GSX 1400
Fahrbericht Suzuki GSX 1400

Hubraum satt

1.402 ccm Hubraum, 126 Nm Drehmoment bei 5.000 U/min. und 78 Kilowatt (106 PS) bei 6.800 U/min sind Werte, die man eher von einem sportlichen Kompaktauto erwartet wie von einem Motorrad. Sie gehören aber zu der im letzten Jahr in Deutschland auf den Markt gekommenen Suzuki GSX 1400, dem derzeit hubraumstärksten Vierzylindermotorrad im Serienbau.

Dabei wirkt die neue Suzi mit ihrem gedrungenen Erscheinungsbild beileibe nicht schwergewichtig oder gar übergewichtig. Die als klassisches Naked-Bike gestylte Suzuki versteht es ihre Pfunde (Trockengewicht 228 Kilogramm) optisch ansprechend zur Schau zu stellen. Egal ob in Blau, in Silber oder in Blau/Weiß, was mir persönlich am besten gefällt, die GSX 1400 ist nicht zuletzt dank ihres kecken Hecks ein wahrer Hingucker, was sich auch anlässlich des Tests durch zahlreiche Bemerkungen interessierter Biker bestätigte. Die Suzi kam wahrlich gut an.

Aber die Optik allein macht noch kein gutes Motorrad und so fühlte ich der GSX im Rahmen eines Fahrberichtes näher auf den Zahn. Ausnahmsweise spielte auch der Wettergott einmal mit und bescherte ein sommerliches Wochenende. Beste Voraussetzungen also für ausgedehnte Motorradtouren und kleine Sprints auf der Hausstrecke. Uns um es vorweg zu nehmen, die Suzuki erwies sich tolle Partnerin für die beiden (Sonnen-)Tage.

Bereits die ersten Meter mit der GSX machten deutlich, dass die Sitzposition gelungen ist, egal ob der Fahrer über Gardemass verfügt oder eher die Länge eine Ubootmannes hat. Alles ist am richtigen Platz und lässt sich gut erreichen. Die Sitzhaltung ist ausgesprochen bequem und entspannt. Die niedrige Sitzposition vermittelt gerade kleineren Fahrern oder Fahrerinnen beim Rangieren oder Fahren mit geringer Geschwindigkeit ein sicheres Gefühl. Die 228 Kilogramm (vollgetankt 259 Kilogramm) sind erstaunlich gut verstaut und macht die Suzuki einen ausgesprochen handlichen und agilen Eindruck.

Das Prunkstück der GSX 1400 ist aber zweifelsohne das drehmomentstarke Triebwerk. Der Anzug des durch Benzineinspritzung befeuerten Vierzylindermotors ist einfach bärig. Bereits ab 1.500 U/min. geht die Post ab und das Vorderrad hat in den ersten vier Gängen das Bestreben den Fahrbahnkontakt aufzugeben, ohne dabei zu Kickbackverhalten zu neigen. Ist der sechste Gang des ausgesprochen leicht und präzise zu schaltenden Getriebes erst einmal eingelegt, reicht das Drehmoment aus, alle Geschwindigkeiten von 50 km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit von über 240 km/h nach Tacho zu absolvieren. Schaltfaules Fahren ist angesagt. Das Drehmoment von 126 Nm bei sehr moderaten 5.000 Umdrehungen ist wahrlich imponierend. Die Souveränität der Triebwerkes überträgt sich auf den Fahrer. Ein kurzer Dreh am Gasgriff reicht allemal aus, einen Überholvorgang zu absolvieren. Hektisches Schalten überlässt man den kleinen Supersportlern. Man ist ja souverän. Außerhalb der Stadt hat der Schalthebel in der Regel Ruhepause.

Aber auch in Sachen Laufruhe ist das Suzuki Triebwerk ohne Fehl und Tadel. Fast könnte man meinen der Motor verfüge nicht über vier sondern über sechs Brennräume. Keinerlei Vibrationen stören den Fahrgenuss. Im Leerlauf ist kaum mehr wahrzunehmen, dass der Motor läuft. Einziger Wehrmutstropfen ist der fehlende geregelte Katalysator. Dabei bietet die moderne Einspritzanlage der GSX die optimalen Voraussetzungen für eine umweltfreundliche und vielleicht bald auch Kfz-steuerfreundliche Abgasreinigung.

Aber nicht nur motorseitig hinterließ die Suzuki GSX 1400 einen gelungenen Eindruck. Auch das Fahrwerk vermochte sowohl in Sachen Handling wie auch Fahrstabilität vollends zu überzeugen. Dank der guten Gewichtsverteilung stellt sich die GSX als Kurvenkünstlerin dar. Manch kleinerem Bike würde eine derartige Handlichkeit gut zu Gesicht stehen. Ohne Merklichen Kraftaufwand lässt sie sich in Schräglage dirigieren um dann zielgenau jede Kurve zu durcheilen. Selbst der breite 190er Schlappen des Hinterrades wirkt sich augenscheinlich nicht negativ auf das Handling aus. Lediglich ein leichtes Aufstellmoment beim Bremsen in Schräglage wird durch den optisch eindrucksvollen Schlappen bedingt. Hier wäre ein 180er Reifen vielleicht die bessere Wahl.

Die Suzuki verfügt über einen klassischen Doppelschleifen-Rohrrahmen und eine über konventionelle Federbeine abgestützte Kastenschwinge. Dass diese Zutaten ausreichen, ein handliches und stabiles Fahrverhalten zu erreichen unterstreicht die Suzuki eindrucksvoll. Dabei haben die Marketingstrategen von Suzuki auch wohl nicht die Chance bekommen, den Rotstift anzusetzen. Immerhin verfügt sowohl die Teleskopgabel wie auch die Stoßdämpfer über Einstellmöglichkeiten der Federvorspannung, der Zug- und der Druckstufe. Das ist in dieser Klasse durchaus nicht üblich.

So lässt es sich vielleicht auch erklären, dass die Suzi auch bei Topspeed wie auf den sprichwörtlichen Schienen fährt. Geschwindigkeiten über 200 km/h sind aber aus anderen Gründen nicht unbedingt das Metier der neuen Suzuki. Als klassisches Naked Bike ohne jeglichen Windschutz wird der Fahren bei 220 km/h schon kräftig vom Fahrtwind angeblasen und bei 240 km/h ist dann so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht, auch wenn der Motor deutlich macht, dass er noch etwas drauf hat, der Winddruck wird derart stark, dass es einem den Helm vom Kopf zu reißen scheint. Wer gerne schnell über die Autobahn gast, muss zumindest in eine kleine Lampenverkleidung investieren. Aber auf langen Landstraßenetappen fühlt sich der GSX-Pilot eh besser aufgehoben. Hier kann die Suzuki all ihre Talente in die Wagschale werfen. So wie ihren 22 Liter fassenden Tank, ihre Soziustauglichkeit und ihre bequeme Sitzbank auf längeren Touren, ihre tolles Handling und ihre gut zu dosierenden Bremsen beim Kurvenräubern oder die praxisgerechte Ausstattung einschließlich eines über 10 Liter großen Staufaches unter der Sitzbank im Alltagsbetrieb.

Die Verarbeitungsqualität der neuen Suzuki GSX 1400 hinterließ ebenfalls einen ausgesprochen guten Eindruck und die Funktionalität aller Anbauteile vermochte zu überzeugen. Die Instrumente, der Styling sich der klassischen Optik der GSX anpassen, sind gut abzulesen und geben hinreichende Informationen.

Mit einem Mix aus bärenstarkem Motor, klassischer Optik und modernen Fahrwerkskomponenten hat Suzuki ein wirklich gelungenes Bike auf die Beine gestellt, dass dank seiner konsequenten Auslegung in die bestehende Gattung der Naked Bikes fast schon nicht mehr hineinpasst und so vielmehr schon eine neue Gattung von Big Bikes begründet.

Wer sich diesen Traum erfüllen will, für den sind 9.530 Euro zuzüglich 140 Euro Überführung sicher ein angemessener Preis für ein ziemlich perfektes Motorrad und jede Menge Souveränität.
 

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Eintrag Kommentar Suzuki GSX1400 Roland Stamer 8.06.11 um 21:14:04
 

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