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13.06.2001 - Reisen & Touren...
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WÜSTE(N) - TOUR |
Sahara Desaster-Tour 2001 Oder so sollte eine Afrika Reise nicht beginnen und enden.
„Allah un maghba“
Der Rasthof Biedenkopf kam 500m zu spät, Fred mußte die 500m bergauf schieben ,eine gerissene Zündspule beendete die Tour am ersten Tag.
Nach dem Austausch ging es ohne Probleme bis zum Bodensee weiter, wir wissen nicht was uns wettermäßig in der Schweiz erwartet, wir zelten in Lindau auf dem gerade geöff- neten Campingplatz (Nachttem- peratur 5°C) . Entgegen allen Befürchtungen waren die Straßen und Pässe in der Schweiz befahrbar.
Über den San Bernadino Paß ging es nach Bellinzona, Como, Mailand, Tortona durch Genua auf den Campingplatz in Nervi, wo wir feststellten, dass Schweizer, Österreicher und deutsche Biker ihre Mopeds huckepack auf Trailer oder in Bullis bis hierher transportierten um ihre Reifen, Michelin Dessert, Conti TKC 80 nicht schon vor dem Sand blank zu fahren.
Anzumerken wäre dass die Mautstellen und die Tankstellen mit dem „Löwen“ keine Eurocard akzeptieren.( in Italien)
Dank dem Euro ab 2002 wird das hoffentlich ein Ende haben. Nach 23 Std. Überfahrt mit der Carthage, lt. ADAC die sicherste Fähre im Mittelmeer, Preis pro Kopf, Moped und Schlafsessel 580,- DM ( Hin-und Rückfahrt), kommt man ausgeruht in Tunis an.
An Bord wurden alle Zollfor- malitäten erledigt, daher sollte man seine Papiere auch fürs Moped bei sich haben, denn die Fahrzeugdecks werden nach dem Ablegen nicht mehr geöffnet und man erspart sich langes Warten am Zoll in Tunis. Geplant war Tunesien -Algerien bis Tammanghasset und zwar von Tunis über El Fahs, Makthar, Sbeitla, Kasserine, Feriana, Gafsa, Kebili, Douz, Tozeur Grenzübergang Hazoua nach Algerien.
Von dort nach El Qued, Touggourt, Hassi Messaoud, Bordj Omar Dris, Djanet bis Tamanghasset. Die erste Nacht in Tunesien verbrachten wir nach 370km in der Nähe von Feriana und zwar auf diese Art und Weise: Einfach von der asphaltierten Straße 10 bis 15 km links oder rechts in die Pampas rein über Stock und Stein. Dann die Zelte aufbauen, Feuerholz suchen, was sich als schwierig erwies, da nur Gestrüpp zu finden war. Aber auch dieses brennt, wenn auch nur kurz. Obwohl man den Feuerschein Kilometer weit sah bekamen wir keinen nächtlichen Besuch von ungebetenen Gästen bzw. neugierigen Augen.
Nachts war die Temperatur um die 5°C, trotz Tagestemperaturen von über 38°C . Nach fünf Tagen Katzenwäsche stinken wir wie die ......, aber der nächste Tag bringt uns nach Douz auf den Campingplatz wo wir duschen und Wäsche waschen. Nach sechs Tagen eine Wohltat ! Auch hier trafen wir wieder zahlreiche Mopedfahrer mit denen man sich anfreundete, ein paar Tage zusammen verbrachte, gemeinsame Touren fuhr und abends bei Benzingesprächen zusam- mensaß.
In Douz wechselten wir unsere fast blank gefahrenen Straßen- reifen gegen die „mitgeschleppten“ Grobstoller . Bei dieser Hitze kein Vergnügen. Jeden Donnerstag findet der berühmte Kamelmarkt in Douz statt, wir benötigten fast einen ganzen Tag um alles zu sehen. Um der Hitze zu entfliehen, setzten wir uns öfters ins Cafe und rauchten die Wasserpfeife zur Entspannung.
Am nächsten morgen beschlossen wir mit mehreren Leuten selber Sandrosen im Chott El Melah zu suchen und mußten dabei auch Dünen überwinden was sich als schwierig herausstellte, da sich unsere Mopeds (Transalp+BMW ) öfters bis zum Motorblock eingruben, ............. Ungeübtheit läßt Grüßen. Auch nach mehreren Stürzen im Tiefsand ließ der Spaßfaktor 10+ nicht nach, Erwachsene mit Mopeds benehmen sich im größten Sandkasten der Welt wie Kinder.
Bei Temperaturen um die 50°C stieg der Wasserverbrauch um ein vielfaches, dass was man trinkt schwitzt man sofort aus, 8-12 Liter waren normal, den Verlust der körperlichen Mineralien glichen wir mit speziellen Präparaten aus der Apotheke aus. Ratsam ist es stets eine Kopfbedeckung zu tragen, da ein Sonnenstich die kommende Nacht und den nächsten Tag übelst versauen kann. Jörg spricht aus Erfahrung.
Tags darauf ging es noch einmal in die Dünen um unsere Technik im Sandfahren für die Fahrt nach Algerien, denn wir wissen nicht was uns Pistenmäßig erwartet, zu verbessern. Fred wurde übermütig und fuhr mit großem Tempo durch die Dünen, plötzlich war er verschwunden !? Jörg drehte um und fand ihn
fünf Meter vor der gestürzten BMW, Gottseidank bei Bewußtsein allerdings kreideblaß und großen Schmerzen in der linken Brusthälfte. Was war passiert? .....
Nach einer Düne sackte das Vorderrad in staubartigen Sand ein, der Lenker schlug ihm aus der Hand und das Moped überschlug sich.
Gut das wir nicht alleine waren, so konnten wir Hilfe holen während einer bei Fred blieb, da er nicht mehr in der Lage war, selber zu fahren. Mit Hilfe eines deutschen Geländewagenfahrers wurde er zum Campingplatz zurück gebracht, wo schon ein Arzt wartete. Er brachte ihn gleich in ein Hospital, wo man feststellte das mehrere Rippen gebrochen waren. Für Fred war hier die Tour zu Ende.
Fred und das Moped wurden vom ADAC nach Deutschland zurückgeflogen, ein Dank an die Mitarbeiter des ADAC.
Für Jörg begann hier der Einstieg ins Ungewisse. In Douz fand sich ein KTM-Fahrer aus Österreich; der auch Richtung Tammanghasset/ Algerien unterwegs war. Der Weg führte über Chott El Jerid zum Grenzübergang Hazoua/Taleb Larbi. Nach ca.vier Stunden waren die Grenzformalitäten dank Hilfe von Algerischen Zöllnern erledigt, die uns zu verstehen gaben, dass es sehr bedauert wird, dass kaum Touristen einreisen wegen den Anschlägen der Fundamentalisten.
100 km weiter erreichten wir El Qued wo wir im Hotel übernachteten, die Cam_ pingplätze sind alle verlassen, ein Open Air Nachtlager war aufgrund des einsetzenden Sandsturmes nicht möglich.
Vor jeder Stadt wurde man von Millitär und Polizei kontrolliert, es lief alles sehr freundlich ab, meistens wurde eine Zigarette geraucht und „ smalltalk“ gehalten. Wer kein französisch oder arabisch sprechen kann, muß Hände und Füße benutzen, weil mit englisch oder deutsch kein Staat zu machen war.
Vier Tage ständiger Sandsturm und Durchfall machten das Fahren zur Hölle und tief versandete Straßen, die hin und wieder von Planierraupen freigeschoben werden, taten ihr Übriges.
Kurz vor der Stadt Toggourt machte die Kupplung der Transalp Probleme, die KTM hörte sich auch nicht gut an, wir legten einen Ruhetag ein um kleine Reparaturen und Wartungen an den Mopeds durchzuführen, z.B. Ölwechsel, Ventile einstellen, Speichen nachziehen usw.
Trotz alledem kamen wir nur bis Ouargla, da die Kupplung der Honda wieder Probleme machte, in Hassi Messaoud wurde uns mitgeteilt das bis in Amenas kein Benzin unterwegs zu bekommen war, d. h. ca. 800km ohne Sprit konnten wir einfach nicht überbrücken. Das Risiko einfach loszufahren und dann an den Tankstellen zu warten, bis Nachschub eintrifft, wollten wir nicht eingehen, da unser Urlaub in zwei Wochen endete.
Während unseres Aufenthaltes in Algerien trafen wir selbst in größeren Städten keine Touristen, was sehr schade ist, denn es ist ein sehr gastfreundschaftliches Land.
Wir fuhren fast den gleichen Weg zurück und trennten uns an der tunesischen Grenze. Ich wollte weiter nach Matmata, während der KTM-Fahrer Richtung Norden fuhr. Auf einem Campingplatz traf ich einen deutschen MUZ-Baghira Fahrer, der auch nach Matmata wollte; wir beschlossen zusammen zu reisen. Von dort fuhren wir gemeinsam durch das Dahar Gebirge nach Medenine und auf die Insel Djerba. Nach drei Speichen- brüchen an der MUZ und meinem Urlaubsende fuhren wir gemeinsam die Küstenstraße hoch nach Tunis. Zwischendurch zelteten wir noch in malerischen Gegenden und genossen die letzten Tage in Nordafrika bei 38°C.
Auf der Fähre traf ich ca. 50 Mopedfahrer und alle hatten kleinere oder größere Schäden an ihren Maschinen. Abends kaufte ich im Duty Free Shop eine Flasche Whiskey, die wir gemütlich und lustig leerten. Die Nacht war ruhig und ich habe in der „Sardinendose“ ( Kabine ) gut geschlafen. In Genua angekommen fuhr ich auf dem schnellsten Wege bei herrlichsten Wetter nach Deutschland, denn mein Arbeitgeber erwartete mich am Montag morgen zurück.
Resüme: 7200 gefahrene Kilometer in 28 Tagen, ca. 800km Seeweg, 1 Satz neue Reifen, ca. 2200,- DM ges. Kosten incl. Fähre, ca. 200 L. Trinkwasser, ca. 900 L. Benzin und die Gewißheit, nächstes Jahr wiederzukommen.
Grüße an alle reisenden Motorradfahrer von den Globetrottern
Fred Klein und Jörg Usler.
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