Last Update 07.07.2011 11:57 Uhr

BMW F 800R


Harte Schale, weicher Kern -

BMW F 800R
Das Metier der 11 245 Euro teuren F 800R ist die Landstraße. Je winkeliger, desto besser.
wird damit der Kniewinkel nicht zu unangenehm. Mit einem Druck auf den Starterknopf nimmt der 64 kW/87 PS starke Reihenzweizylinder seine Arbeit auf. Was der Motor dabei in den Schalldämpfer entlässt, ist nicht von schlechten Eltern - ein blechern-kehliger Klang, der selbst den Boxern aus gleichem Hause gut zu Gesicht stehen würde. Gang einlegen und schon schiebt der bei Rotax gebaute Motor bereits ab Leerlaufdrehzahl sanft, aber mit Nachdruck voran. Die F hängt dabei sauber am Gas und setzt jegliche Befehle der rechten Hand willig um. Gasaufreißen im oberen Drehzahl-Bereich quittiert sie mit einem durchdringenden Hämmern aus dem Ansaugtrakt. Der Bayern-Fighter macht in allen Lebenslagen Spaß, auch wenn er einen Tick mehr Power vertragen könnte. Einzige Ausnahme ist die Autobahn, denn der Gleichläufer-Twin entlässt bei mittleren Drehzahlen enorme Vibrationen in den Lenker. So enorm, dass dem Fahrer bereits nach kurzer Distanz die Hände einschlafen. Hier sollte der Hersteller dringend nachbessern. Doch das Metier der 11 245 Euro teuren F 800R ist ohnehin eher die Landstraße. Je winkeliger das Geläuf, desto besser. Beeindruckend leichtfüßig lässt sich die Bajuwarin von einer Kurve in die nächste werfen. Allenfalls derbe Stöße dringen bis zum Kreuz des Fahrers durch. Treibt man es auf holperigen Strecken zu bunt, so muss hin und wieder schon

Fotogalerie

einmal der unter dem Lenkkopf montierte Lenkungsdämpfer das eine oder andere Lenkerschlagen aus dem Fahrwerk fischen. Nicht so stur wie andere BMW-Getriebe, aber dennoch recht knochig zu schalten, präsentiert sich die Transmission der F 800R. Ein Meisterstück sind die Bremsen, die zwar vehement zupacken, aber stets feinfühlig zu dosieren sind. Und kommen die Räder dabei an die Blockiergrenze, so greift das einwandfrei regelnde, doch Aufpreis pflichtige ABS (710 Euro) ein. Für die Sozia muss die Liebe zum Fahrer allerdings groß sein, denn der Sitzkomfort in der zweiten Reihe reicht für den Weg zur Eisdiele, größere Strecken malträtieren das untere Rückenstück arg. Das Grinsen – zumindest beim Fahrer - kehrt jedoch an der Zapfsäule zurück. Bei verhaltener Landstraßenfahrt gehen noch nicht einmal vier Liter Superbenzin pro 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen, zieht man etwas mehr am Kabel, so werden es 4,5 und auf der Autobahn lässt sich der Bayern-Fighter mit gerade einmal 5,5 Liter bewegen. Unterm Strich hat BMW mit der F 800R ein agiles, gutmütiges und überaus sparsames Mittelklassemotorrad in seinem Programm, mit dem es sich trefflich durch Berg und Tal räubern lässt. Wer hingegen längere Autobahnetappen überbrücken können will, sollte eher zu einem anderen Bike greifen.


BMW F 800R
Aufsteigen und wohl fühlen heißt das Motto, sobald man den Rücken der F erklommen hat.
Thomas Mendle/mid
Diese Seite bei Mister Wong bookmarken. Diese Seite bei Google bookmarken. Diese Seite bei Yahoo.com bookmarken. Diese Seite bei WebNews bookmarken. Diese Seite bei YiGG bookmarken. Diese Seite bei LinkARENA bookmarken.

Fahrbericht
Triumph Explorer

Malaga/Spanien - Der traditionsreiche britische Motorradsteller Triumph versteht sich auf den Bau klassischer

Fahrbericht
Honda Crosstourer

Tarragona/Spanien - Sportler sind out, Reiseenduros sind in, auf diesen kurzen Nenner lässt sich die

Rückrufaktion
Suzuki Burgman und V-Strom 650

Bensheim - Ab in die Werkstatt heißt es für alle Zweiradfahrer, die eine Suzuki DL 650 V- Strom oder einen Suzuki