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Fahrbericht
Last Update 11.02.2012 14:49 Uhr
BMW G 650 GS
Weniger ist mehr -
 Nun ist die G 650 GS wieder da und zeigt Einsteigern wie Routiniers: Eintopf ist etwas Leckeres.
Rund drei Jahre mussten deutsche BMW-Fans auf einen Einzylinder verzichten. Mit der neuen BMW G 650 GS zeigt das Unternehmen Einsteigern wie Routiniers: Eintopf ist etwas Leckeres. Gerlingen - Die BMW-Modell-Bezeichnungen sind nicht schwer zu entschlüsseln: Mit R beginnen die Zweizylinder-Boxer, mit K die Modelle mit Reihenvierzylinder-Motoren, die Ziffern dahinter bezeichnen den Hubraum. Doch darunter wird es ein wenig kniffliger. Gut, eine F 800 ist ein Reihenzweizylinder mit 800 Kubik, aber eine F 650 GS? Hier endet die Logik, denn dieses Motorrad ist im Grunde nichts anderes als eine abgespeckte F 800 GS, hat also auch 800 ccm Hubraum, war die Wachablösung für die Einzylinder-F 650 GS und bildete in den vergangenen drei Jahren den Einstieg in die Welt der BMW-Motorräder.
Doch deren Fans haben nach einem Einzylinder verlangt. So gibt es wieder eine echte 650er, die nun auf die Bezeichnung G 650 GS hört. Der Motor ist der wassergekühlte Eintopf, den einst BMW gemeinsam mit dem österreichischen Motorenbauer Rotax entwickelt hat und der nun in China gebaut wird. Eine Augenweide ist das zerklüftete, schwarz lackierte Aggregat nicht gerade. Dafür hat der leckere Eintopf ganz schön Pfeffer. Wir fuhren die offene Variante mit 48 PS, Anfänger bekommen auch eine auf 34 PS gedrosselte Variante. Einzylinder typisch bollert der 650er los, deutlich vernehmbar, aber nicht aufdringlich. Tempo 100 ist nach gut fünf Sekunden erreicht. Zügig schalten wir hoch, was angesichts des tadellos arbeitenden Getriebes und der gut dosierbaren Kupplung, die nur sehr geringe Handkraft verlangt, eine Freude ist.
Über 5000 Touren sorgen mit leichten Vibrationen in den Lenkerenden für eine kostenlose Massage. Diese
kleine Unart sehen wir dem Einzylinder aber gerne nach, schließlich lässt er sich auf Wunsch auch schaltfaul fahren. Er läuft selbst bei 2000 Umdrehungen noch rund und lässt sich ruckfrei aus dem Drehzahlkeller hochdrehen. Die Höchst-Geschwindigkeit erreicht er bei 170 km/h. Da das Windschild den Wind-Druck gegen den Körper nur leicht reduziert, pendelt sich auf der Autobahn die Geschwindigkeit irgendwo zwischen 140 und 150 km/h ein.
Ein sechster Gang, speziell für diese Überbrückungsetappen, kommt aber dennoch auf unseren Wunschzettel ebenso wie auch ein vernünftiger Drehzahlmesser, statt des digitalen Schätzeisens. Auch eine Tankuhr ist angesagt , auf die BMW ganz verzichtet hat. Nun leuchtet eine Warnleuchte auf, wenn wir mal wieder eine Tankstelle aufsuchen sollten. Etwas Sicherheit eingerechnet ist das etwa alle 200 Kilometer der Fall. Auf schnellen Autobahnetappen vielleicht ein wenig eher, hier haben wir auch mal 5,9 Liter auf 100 Kilometer durch die Einspritzdüsen gejagt. Dagegen erreichten wir auf der Landstraße einen Verbrauch von 3,5 Litern, ohne zu bummeln.
Tatsächlich ist die Landstraße das natürliche Revier der kleinen GS. Je enger und kurviger die Strecke wird, desto besser. Hier halten wir problemlos auch mit Kollegen mit, die doppelt so viele PS unter dem Sattel haben. Es ist wirklich erfreulich, was die BMW-Entwickler aus diesem durch und durch konventionell konstruierten Fahrwerk mit normaler Telegabel und Kastenschwinge herausholen. Straff, aber nicht unkomfortabel, lädt es den Piloten zu
Technische Daten: BMW G 650 GS
Leichte Reiseenduro, Wassergekühlter Einzylinder-Viertakt-Motor, Hubraum 652 cm3, zwei obenliegende Nockenwellen, vier Ventile, Trockensumpfschmierung, Einspritzung, Nennleistung: 35 kW (48 PS) bei 6500 U/min, Max. Drehmoment: 60 Nm bei 5000 U/min, Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Fünfganggetriebe, O-Ring-Kette. Fahrwerk: Stahlrahmen, Telegabel, Zweiarmschwinge aus Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem, Scheibenbremse vorn, Ø 300 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel, Scheibenbremse hinten, Ø 240 mm, Einkolben-Schwimmsattel. Alu-Gussräder 2.50 x 19; 3.50 x 17, Reifen: V: 110/80 R 19; H: 140/55 R 17 ; Maße (Herstellerangaben): Leergewicht: 192 kg, Sitzhöhe 780 mm, Radstand 1477 mm, Tankinhalt 14 Liter, Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h (Herstellerangabe)Testverbrauch: 4,7 l/100 km (min. 3,5 l, max. 5,9 /100km) Grundpreis 6990 Euro.
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fröhlichem Kurvenschwingen ein. Mit geringstem Kraftaufwand lässt sich die Fuhre in Schräglage befördern und zieht danach stoisch ihre Bahn. Dazu trägt die Kombination aus 19-Zoll-Vorderrad und 17-Zoll-Hinterrad ebenso bei wie die Metzeler Endurance EXP-Reifen unserer Testmaschine. Die sind im Wesentlichen auf der Straße zu Hause, wo sie uns auf trockenem wie nassem Untergrund Sicherheit vermittelten und doch haben sie gemäßigte Ausritte auf Schotter-Etappen auch klaglos mitgemacht.
Die kleine GS gehört zu den Motorrädern, die wir nach Testende nur ungern zurückgegeben haben. Zwar nervte der etwas seltsam angebrachte Blinkerschalter manchmal, weil wir beim Abbiegen versehentlich hupten, doch dafür freuen sich Fahrer wie Sozius über einen wirklich angenehmen Sitzplatz. Der sorgte gemeinsam mit dem breiten, leicht gekröpften Lenker dafür, dass wir nach einem Tag intensiven Landstraßenräuberns ganz vollkommen schmerzfrei absteigen. Auch der Preis geht in Ordnung. Nun sind 6990 Euro sicher kein Schnäppchen und mit empfehlens-werten Extras wie ABS (400 Euro), Heizgriffe (195 Euro) und Hauptständer (120 Euro) und dem Koffersystem (rund 500 Euro) schießt der Preis leicht über die 8 000er-Marke. Doch dafür ist die spritzige, wendige und komfortable G 650 GS ein Rundum-Sorglos-Paket auf zwei Rädern.
BEWERTUNG:
Plus: kraft- und charaktervoller Motor, agiles Handling.
Minus: schlecht ablesbarer Drehzahl-Messer, unergonomisch platzierter Blinkerschalter.
 Rund drei Jahre mussten deutsche BMW-Fans auf einen Einzylinder wie die G 650 GS verzichten.
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Fotos: Martin Häußermann
Martin Häußermann/mid
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Gerlingen - Die BMW- Modell-###Bezeichnungen sind nicht schwer zu###entschlüsseln: Mit R beginnen die###Zweizylinder- Boxer, mit K die Modelle###mit Reihenvierzylinder- Motoren, die###Ziffern dahinter bezeichnen den###Hubraum. Doch darunter wird es ein###wenig kniffliger. Gut, eine F 800 ist ein###Reihenzweizylinder mit 800 Kubik, aber###eine F 650 GS? Hier endet die Logik,###denn dieses Motorrad ist im Grunde###nichts anderes als eine abgespeckte F###800 GS, hat also auch 800 ccm###Hubraum, war die Wachablösung für###die Einzylinder- F 650 GS und bildete in###den vergangenen drei Jahren den###Einstieg in die Welt der BMW-###Motorräder.###
Doch###deren Fans haben nach einem###Einzylinder verlangt. So gibt es wieder###eine echte 650er, die nun auf die###Bezeichnung G 650 GS hört. Der Motor###ist der wassergekühlte Eintopf, den###einst BMW gemeinsam mit dem###österreichischen Motorenbauer Rotax###entwickelt hat und der nun in China###gebaut wird. Eine Augenweide ist das###zerklüftete, schwarz lackierte Aggregat###nicht gerade. Dafür hat der leckere###Eintopf ganz schön Pfeffer. Wir fuhren###die offene Variante mit 48 PS, Anfänger###bekommen auch eine auf 34 PS###gedrosselte Variante. Einzylinder typisch###bollert der 650er los, deutlich###vernehmbar, aber nicht aufdringlich.###Tempo 100 ist nach gut fünf Sekunden###erreicht. Zügig schalten wir hoch, was###angesichts des tadellos arbeitenden###Getriebes und der gut dosierbaren###Kupplung, die nur sehr geringe###Handkraft verlangt, eine Freude ist.###
Über###5000 Touren sorgen mit leichten###Vibrationen in den Lenkerenden für eine###kostenlose Massage. Diese kleine###Unart sehen wir dem Einzylinder aber###gerne nach, schließlich lässt er sich auf###Wunsch auch schaltfaul fahren. Er läuft###selbst bei 2000 Umdrehungen noch###rund und lässt sich ruckfrei aus dem###Drehzahlkeller hochdrehen. Die Höchst-###Geschwindigkeit erreicht er bei 170###km/h. Da das Windschild den Wind-###Druck gegen den Körper nur leicht###reduziert, pendelt sich auf der Autobahn###die Geschwindigkeit irgendwo zwischen###140 und 150 km/h ein.###
Ein###sechster Gang, speziell für diese###Überbrückungsetappen, kommt aber###dennoch auf unseren Wunschzettel###ebenso wie auch ein vernünftiger###Drehzahlmesser, statt des digitalen###Schätzeisens. Auch eine Tankuhr ist###angesagt , auf die BMW ganz verzichtet###hat. Nun leuchtet eine Warnleuchte auf,###wenn wir mal wieder eine Tankstelle###aufsuchen sollten. Etwas Sicherheit###eingerechnet ist das etwa alle 200###Kilometer der Fall. Auf schnellen###Autobahnetappen vielleicht ein wenig###eher, hier haben wir auch mal 5,9 Liter###auf 100 Kilometer durch die###Einspritzdüsen gejagt. Dagegen###erreichten wir auf der Landstraße einen###Verbrauch von 3,5 Litern, ohne zu###bummeln.###
Tatsächlich###ist die Landstraße das natürliche Revier###der kleinen GS. Je enger und kurviger###die Strecke wird, desto besser. Hier###halten wir problemlos auch mit###Kollegen mit, die doppelt so viele PS###unter dem Sattel haben. Es ist wirklich###erfreulich, was die BMW- Entwickler aus###diesem durch und durch konventionell###konstruierten Fahrwerk mit normaler###Telegabel und Kastenschwinge###herausholen. Straff, aber nicht###unkomfortabel, lädt es den Piloten zu###fröhlichem Kurvenschwingen ein. Mit###geringstem Kraftaufwand lässt sich die###Fuhre in Schräglage befördern und zieht###danach stoisch ihre Bahn. Dazu trägt###die Kombination aus 19- Zoll- Vorderrad###und 17- Zoll- Hinterrad ebenso bei wie###die Metzeler Endurance EXP- Reifen###unserer Testmaschine. Die sind im###Wesentlichen auf der Straße zu Hause,###wo sie uns auf trockenem wie nassem###Untergrund Sicherheit vermittelten und###doch haben sie gemäßigte Ausritte auf###Schotter- Etappen auch klaglos###mitgemacht.###
Die###kleine GS gehört zu den Motorrädern,###die wir nach Testende nur ungern###zurückgegeben haben. Zwar nervte der###etwas seltsam angebrachte###Blinkerschalter manchmal, weil wir###beim Abbiegen versehentlich hupten,###doch dafür freuen sich Fahrer wie###Sozius über einen wirklich angenehmen###Sitzplatz. Der sorgte gemeinsam mit###dem breiten, leicht gekröpften Lenker###dafür, dass wir nach einem Tag###intensiven Landstraßenräuberns ganz###vollkommen schmerzfrei absteigen.###Auch der Preis geht in Ordnung. Nun###sind 6990 Euro sicher kein###Schnäppchen und mit empfehlens-###werten Extras wie ABS (400 Euro),###Heizgriffe (195 Euro) und Hauptständer###(120 Euro) und dem Koffersystem (rund###500 Euro) schießt der Preis leicht über###die 8 000er- Marke. Doch dafür ist die###spritzige, wendige und komfortable G###650 GS ein Rundum- Sorglos- Paket auf###zwei Rädern.###
BEWERTUNG:###
Plus:###kraft- und charaktervoller Motor, agiles###Handling.###
Minus:###schlecht ablesbarer Drehzahl- Messer,###unergonomisch platzierter###Blinkerschalter.