Last Update 14.10.2009 19:28 Uhr

BMW K 1300 R


Eine kleine Revolution

erreicht sie in gerade einmal 7,9 Sekunden. Zum Verglech: Ein Porsche Turbo mit 480 PS benötigt 3,7 für Tempo 100 und 12,4 Sekunden bis 200 km/h. Wer es auf die Spitze treiben will, kann als Sonderaustattung den Schaltassistent für 360 Euro sowie das elektronische Stabilitätsprogramm ASC - im Saftey-Paket für 1 400 Euro - ordern und so bei gezogenem Gasgriff, ohne den Kupplungshebel zu ziehen, hochschalten und muss sich dabei keine Sorgen um einen qualmenden Hinterreifen machen. Um die Fahrerlaubnis dagegen schon, denn kaum hat man mit dem Spaß begonnen, ist abseits der Autobahn meist auch schon der illegale Bereich erreicht, in dem Bußgeld, Flensburg-Punkte und Fahrverbot drohen. Das Fahrverhalten der unverkleideten BMW des Jahrgangs 2009 ist in allen Belangen noch einen Tick besser als das der Vorgängerin mit ihrem exzellenten Einlenken, guter Spurtreue und spielerischer Handlichkeit. Dass die K 1300 R maximal 270 km/h schnell sein soll, glauben wir dem Hersteller gern, das muss man nicht selbst ausprobieren. Was aber ist denn nun das Revolutionäre an der BMW? Das ist zum Beispiel der Abschied von den getrennten Blinkerknöpfen. Jetzt wird genau wie bei fast allen anderen Motorradmarken mittels eines Kombischalters am linken Lenkerende sowohl nach rechts als auch

nach links geblinkt und wieder abgestellt. Am rechten Griff ist der rot-grüne Start- Notausschalter einem konventionellen und gut bedienbaren Startknopf mit Notaus-Funktion gewichen. Dort sitzt auch wieder der Schalter für die Warnblinkanlage. Und links ist endlich eine richtige Lichthupe vorhanden. Der Testverbrauch der Maschine lag zwischen 5,5 und 7,0 Litern auf 100 Kilometern. Wenigstens ein kleines bisschen revolutionär ist, dass nicht mehr Super plus getankt werden muss, sondern sich die BMW mit 95 ROZ begnügt. Zu den laufenden Kosten gesellt sich noch die jährlich Haftpflicht, die beispielsweise bei der AXA mit 155 Euro zu Buche schlägt. Zum Grundpreis von 13 900 Euro kann man noch eine Reihe von Extras ordern, wie beispielsweise das 1 400 Euro teure Safety-Paket mit Intergral-ABS, Reifendruckkontrolle und elektronischer Stabilitätskontrolle. Das Comfort-Paket für 700 Euro umfasst Heizgriffe, Bordcomputer, Sporträder, Windschild und LED-Blinkleuchten, die elektronische Fahrwerkseinstellung ESA kostet 740 Euro. Unser gut ausgestattetes Testexemplar kam dadurch locker auf einen Kaufpreis von über 17 000 Euro. Aber wer hat gesagt, dass eine Revolution billig zu haben ist, auch wenn es nur eine kleine ist?


BMW K 1300 R
Werner Wagner / MS
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