Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

California Dream


Erfahrungsbericht über die Moto Guzzi California III von Alfred de Groot.

California Dream
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Norwegen/ Schweden bevor. Deshalb bekam sie eine neue Batterie und neue Benzinschläuche. Es war Ende August, die Ferienzeit war vorbei und wir hatten, was ja selten ist in Norwegen, sehr schönes Wetter. Was will man mehr? Auf den kleinen Nebenstrecken die zumeist aus Schotterpisten bestanden hatte ich mit der Guzzi keine Probleme. Sie zog einsam ihre Spur und war gut zu lenken. Über 5000 km durch Norwegen und Schweden hat sie mich klaglos und zuverlässig begleitet. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie 60000 km gelaufen und ich war sehr zufrieden. Als ich eines Tages von einem Motorradtreffen nach Hause fuhr passierte etwas gravierendes. Ein Kugellager der Getriebehauptwelle zerbrach und dadurch tropfte der Simmerring des Getriebes, ich hatte in kürzester Zeit einen riesigen Ölfleck unter meiner Guzzi. Das Glück im Unglück war, dass es 200 Meter vor ihrer Garage passierte und ich sie den Rest des Weges schieben konnte. Nun hieß es Motor und Getriebe ausbauen zum reparieren. Das Ausbauen des Motors mit Getriebe ist für Schrauber die ein Schlosserhandwerk gelernt haben kein Problem. Beim Getriebe zerlegen braucht man allerdingst dann Spezialwerk-zeug. Da dies alles zum Saisonende passierte, brauchte ich auf keine Ausfahrt verzichten. Die neue Saison bekann nach erfolg-reicher Reparatur mit verschiedenen Motorradtreffen und als Höhe-punkt sollte meine Geliebte ihre Heimat Italien wiedersehen. In Italien angekommen hatte ich den Eindruck, dass sich die jüngeren Leute nicht so für Moto Guzzi interresieren. Die ältere Generation konnte sich dagegen mehr begeistern. Nach einer Woche Kurven- und Bergfahren in den Dolomiten wurde meine Nachlässigkeit in Sachen Bremsflüssigkeit bestraft. Die Bremsflüssigkeit der Guzzi wurde in ihren Alter von 12 Jahren wahrscheinlich noch
nie gewechselt, deshalb hatte sie viel Wasser aufgenommen und die Bremsen funktionierten nicht mehr. Der Austausch der Bremsflüssigkeit bewirkte Wunder. Auf den Rückweg von Italien zeigte ich meiner Geliebten noch das Oltimerrennen in Schotten. Meine Guzzi hat mittlerweile 80.000 km runter und ich musste vor kurzem das Kupplungsseil ersetzen. Sie verbraucht so gut wie kein Öl, ca.1/2 Liter auf 3000 km. Die Zylinderkopfdichtung schwitzt ein bisschen aber sonst bin ich glücklich mit ihr. Von Umbauarbeiten habe ich abgesehen, da ich der Ansicht bin, dass sie so, wie sie aus dem Werk kam perfekt ist. Fazit: Die Moto Guzzi Cali 3 ist ein ideales Reisemotorrad. Der Urlaub beginnt schon auf der Garagenausfahrt. Man sieht es ihr nicht an, dass sie auch sehr zügig in den Kurven unterwegs sein kann. Mancher Verfolger hat vergeblich versucht uns auf flotten Passstrassen zu überholen. Für schnelle Autobahnetappen ist sie nicht geeignet, schon eher für lange, bei einem Verbrauch von 5,2 Litern reicht der Tankinhalt von 24 Litern ca. 400 km. Hinter der leicht getönten Scheibe sitzt man praktisch bis 120 km/h windstill. An heißen Sommertagen wünscht man sich allerdingst keine Scheibe. Ihre Parade Disziplin bleibt jedoch zügiges Gleiten über die Landstraße, ob mit Gepäck oder ohne. Das Gepäck lässt sich gut im Koffer unterbringen. Für mehr Gepäck eignet sich hervorragend ein wasserdichter Packsack den man auf den stabilen Gepäckträger verzurrt und den Packsack dann als Rückenlehne benutzt. Ein letzter Tipp noch, wenn man die Guzzi wäscht und putz sollte man auf losgerüttelte Schrauben achten. So Leute jetzt muss ich aber Schluss machen, meine Geliebte ruft, ich habe ihr versprochen noch eine kleine Tour zu machen.


California Dream
Alfred de Groot
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