Der Reitwagen
Das erste Motorrad der Welt
Eigentlich sollte das Gefährt nur als Versuchsträger für einen neuen Motor dienen, den Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach 1885 konstruiert hatten. Die beiden schwäbischen Tüftler waren gerade mit der Entwicklung einer schnell laufenden Petroleum-bzw. Gas-Kraftmaschine fertig geworden. Stolze 0,5 PS entwickelte das Triebwerk. Damit sie den Motor auch im Betrieb testen konnten, bauten sie das hölzerne Fahr- gestell. Am 3. April 1885 ließen sie es sich patentieren, im
November des gleichen Jahres fand schließlich die Probefahrt von Cannstatt nach Untertürkeim statt. 3 Kilometer betrug die Fahrstrecke, die ohne Probleme bewältigt wurde. Damit war das erste Motorrad der Welt erschaffen, sie nannten sie liebevoll Reitwagen. Den Namen bekam das Gefährt aus dem einfachen Grund, da der Rahmen in jener Zeit bei einem Kutschen-und Wagenmacher aus Holz gebaut wurde. Den Begriff Motorrad gab es damals noch nicht. Das Gefährt besaß mit Eisen
Bei der Odenwaldring Klassik am 5./ 6. Juni auf dem Flugplatz in Walldürn wird eine Replik des ersten Motorrades, gebaut von dem Stuttgarter Heinz Oppenländer, nicht nur im Ausstellungshangar zu sehen, sondern auf der Strecke in Aktion zu bestaunen sein. Genauso wie die etwa 200 weiteren Old-und Youngtimer, die vor Ort sind.