Last Update 09.01.2009 18:06 Uhr

Ducati 1198


Exklusiver Edelrenner

Ducati 1198
leichtfüßig über den Asphalt. Umlegen, Einlenken, Wechselschräglagen gehen fast spielerisch von der Hand, da stört selbst der dicke 190er Schlappen nicht, der in der formschönen Einarm-schwinge rotiert. Sehr feinfühlig schluckt die Upside-down Gabel Boden-unebenheiten und liefert dazu ein neutrales, glasklares Feedback. Schon auf wenige Klicks reagieren die voll justierbaren Elemente mit deutlich veränderter Charakteristik: Bei sehr hohem Tempo sorgen sie so jederzeit für eine stabile satte Straßenlage. Für den deutlichen Preisunterschied mit 17 790 Euro für die 1198 gegenüber den 21 990 Euro für die Schwester S ist allerdings auch die erste serienmäßige Traktionskontrolle für Straßenmotor-räder verantwortlich. Das System ist eine Errungenschaft der Bologneser Rennsportabteilung Ducati Corse. Die Ducati Traction Control (DTC) werkelt mit den gleichen Algorithmen, die den Fahrern im MotoGP und bei der SuperbikeWM zu Spitzenplätzen verhelfen: Zwei Drehzahlsensoren ermitteln die Geschwindigkeiten von Vorder- und Hinterrad und senden sie an den Zentralrechner, der die Informationen umgehend an das Zusatz-Steuermodul des DTC weiterreicht. Dort vergleicht der Minicomputer die Werte, registriert etwaige Differenzen und greift bei Überschreiten eines kritischen Werts nach vorgegebenem Schema regelnd in die Motorelektronik ein. Je nachdem wie groß der Wheelspin ausfällt, kürzt

das DTC die Spritzufuhr und sorgt über eine Vorverstellung des Zündzeitpunkts für weniger Zug an der Kette, dadurch bleibt die Traktion am Hinterrad gewahrt. So kann hier kein unverbrannter Kraftstoff in den Auspuff gelangen und den Katalysator schädigen. Das Eingreifen der DTC lässt sich vom linken Lenkerende in acht verschiedenen Stufen einstellen, vom Rennprofi bis zum Anfänger. In der Praxis hat sich gezeigt, dass nicht jeder die Arbeit der Traktionskontrolle am Kurvenausgang verspürt - dazu bedarf es einiger Erfahrung. Das Eingreifen wird von Leuchtdioden im Cockpit signalisiert, die Auswirkungen sind zudem am Pirelli Supercorsa-Pneu zu erkennen: Deutliche Zacken im randlichen Abrieb künden vom unterbrochenen Vortrieb. Und der ist bei dem neuen Juwel aus Borgo Panigale in der Tat ehrfurchtgebietend. Etwas hart geht der Desmo-Twin ans Gas, schiebt dann aber imposant und nahezu gleichmäßig bis kurz vor den Begrenzer bei 10 500 U/min. Dem Spektakel bieten der kehlige Sound aus dem unter der Sitzbank verlegten Doppelschalldämpfer und das schlür-fende Ansauggeräusch eine würdige Kulisse. Für eine angemessene Verzögerung sorgen derweil die radialen Brembo-Monobloc-Festsattel-zangen. Die von einer Radialpumpe betätigten Stopper fangen die wilde Rote vor der Kurve sehr zuverlässig und punktgenau dosierbar wieder ein.


Ducati 1198
Thilo Kozik/mid
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