Last Update 04.10.2011 16:44 Uhr

Ducati Streetfighter 848


Die Kleine mit dem bösen Blick -

Ducati Streetfighter 848
Die neue Ducati Streetfighter 848 macht auf der Rennstrecke eine gute Figur.
Achtventiler aus dem Superbike 848, Testastretta 11° genannt, der Überschneidung der Öffnungszeiten von Ein- und Auslaßventil von 11 Grad wegen. Die Auspuffanlage mit Auslasswalze und das angepasste Einspritzsystem kurbelt den Druck vor allem in der Mitte gehörig an, in der Spitze stehen 132 PS und ein strammes Drehmoment von 93,5 Newtonmeter zur Verfügung. So agiert der Treibsatz sehr gleichförmig und schon ab 2500 Umdrehungen mit ordentlichem Schub auf Gasgriffbefehle, der überbordende Druck der großen Schwester bei höheren Drehzahlen geht ihr indes ab. Dafür gefällt der satte Punch in der Mitte und die gut beherrschbare Leistungsentwicklung, die die 848 SF weniger stressig als die große 1098er macht. Beim Fahrwerk haben die Bologneser tief in die Entwicklungskiste gegriffen und alles geändert, was zu ändern war – vom klassischen Gitterrohrrahmen über die Einarmschwinge, die Radaufhängungen, die Geometrie, selbst die Reifendimensionen blieben von den Neuerungen nicht verschont – am Heck rotiert nun ein 180/60er Pirelli Diablo Rosso Corsa statt des üblichen Pneus mit 55er Querschnitt, der in Schräglage mehr Kontaktfläche zum Asphalt bringt. Hinzu kommt eine gemäßigtere Ergonomie mit höherem Lenker und etwas weiter ausgestellte Fußrasten, um den unangenehmen Stiefel-Kontakt zur Auspuffanlage zu reduzieren. Insgesamt ergibt sich eine etwas kommodere Haltung bei immer noch ordentlich Last auf den Handgelenken, die bei Überlandfahrten zu regelmäßigen Kaffeepausen zwingt. Doch fährt die mit einem Trocken-Gewicht von leichten 169 Kilo angetretene 848 Streetfighter nun wesentlich nachvollziehbarer und

unkapriziöser als die große Schwester, nun nicht mehr so superhandlich, doch dafür sehr nachvollziehbar und Vertrauen erweckend. Das Umlegen und Einbiegen geschieht ohne Hinterlist und mit gleichmäßigem Level, eine sanftere Abstimmung der Feder-Elemente macht diese Ducati selbst über üblem Flickenasphalt noch gut fahrbar. Nur das Heck wirkt etwas zu burschikos und bringt öfters unangenehme Stöße in des Fahrers Rückgrat. Zu dieser Charakteristik passen die Monobloc-Radialzangen von Brembo ausgezeichnet, die nicht giftig, sondern sehr nachvollziehbar den Vortrieb einbremsen. Gleichzeitig zeigt sich die kleine Streetfighter von der doch so unangenehmen Eigenart des Aufstellens beim Bremsen in Schräglage fast gänzlich kuriert. Trotz des abgespeckten Motors braucht man auf elektronischen Finessen nicht zu verzichten. Die Ducati ist serienmäßig mit einer achtfach regelbaren Traktionskontrolle und einer Schnittstelle für Datenaufzeichnungs-Sytem Ducati Data Analyzer versehen. Lange Serviceintervalle von 24 000 Kilometern zur Ventilspielkontrolle ergänzen den guten Alltagswert. Die kleine 848er Streetfighter mag zwar nicht ganz so hochwertige Fahrwerks-Komponenten und Bremsen wie das 848er Superbike aufweisen, und von der brachialen Leistungsfähigkeit der 1098er Streetfighter recht weit entfernt sein. Doch mit der benutzerfreundlichen Leistungsentfaltung, der überarbeiteten Ergonomie und dem unprätentiösen Fahrverhalten kann die Kleine mächtig punkten. Ab November wird sie in Rot, Mattschwarz (dark stealth) und natürlich Fighter-Gelb für 12 190 Euro zu haben sein.


Ducati Streetfighter 848
Rein äußerlich unterscheidet sich die kleine 848 praktisch nicht von der großen Streetfighter mit dem 1098er Motor.
Thilo Kozik/mid
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