Last Update 13.05.2009 09:19 Uhr

Fahrpräsentation Yamaha XJ6


Eine für alle Tage

Fahrpräsentation Yamaha XJ6
über 1,85 Metern Größe müssen Platz für ihre langen Beine suchen. Wer es sportlicher mag, kann durch Drehen der Aufnahme den Lenker um 20 Millimeter nach vorn verschieben. Das bedingt eine deutlich aktivere Haltung, was für die sportliche Gangart von Vorteil ist. Doch für den alltäglichen Citydschungel mit seinem häufigen Stop-and-go-Verkehr passt die Standardeinstellung besser. Urbanes Geläuf hatten auch die Fahrwerksentwickler im Blick. So kommt die XJ6 mit dem in Deutschland leider so typischen, von Straßenbaubehörden vernachlässigten Innenstadt-Asphalt außerordentlich gut zurecht. Die komfortable Abstimmung der nicht einstellbaren Gabel sowie des Federbeins schlucken selbst derbes Kopfsteinpflaster und sorgen für einen angenehmen Fahrkomfort. Auf rasant gefahrenen Kurvenstrecken - besonders, wenn der Untergrund mit Flickenasphalt versehen ist - kommt jedoch schnell wabernde Unruhe ins Gefährt. Trotz des unbestritten leichtes Handling entpuppt sich die dynamisch auftretende Yamaha hier eher als Schaf im Wolfspelz, das lieber gemütlich tourt als Supersportler jagt. Für letzteres hält Yamaha ja die sportlicher aufgestellte FZ6 bereit. Immerhin helfen der XJ6 im Bedarfsfalle die effektiven Stopper aus der Patsche: Vorn verarbeiten zwei Doppelkolbenzangen den Vortrieb wirkungsvoll und gut dosierbar, hinten wirkt die Einzelscheibe dagegen recht stumpf. Eine uneingeschränkte Empfehlung für alle ist das segensreiche ABS, mit dem Yamaha die unverkleidete Hübsche für 545
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Euro Aufpreis bestückt. Die ABS-XJ6 ist übrigens im Gegensatz zur ABS-losen sofort verfügbar. Beim Antrieb vertraut die XJ einem klassischen Reihenvierzylinder japanischer Prägung, der in seiner Grundkonstruktion schon die sportliche Schwester FZ6 befeuert. Viel Feintuning an Motorenperipherie, Nockenwellen und Einspritzanlage kappen den Vierling nicht nur auf 57 kW/78 PS, sondern verhelfen vor allem in der Drehzahlmitte der XJ zu spürbar kräftigerem Druck. Mit dieser Auslegung ist es nicht unbedingt nötig, das eigentlich sanfte Triebwerk bis in den kribbeligen Bereich jenseits der 9 000 Touren zu hetzen. Ausreichend Vortrieb gewährt das Aggregat schon deutlich darunter. Unterstützt wird der Motor dabei mit dem gut abgestuften und sauber schaltbaren Sechsganggetriebe sowie in der leichtgängigen Kupplung. Das macht die Motorleistung optimal nutzbar für ein unkompliziertes und jederzeit gut beherrschbares Fahrerlebnis. Zu einem solch vielseitig einsetzbaren Motorrad gehört ein passendes Zubehör-Angebot, mit dem die Basis-XJ besser auf die jeweiligen Einsatzzwecke modifiziert werden kann. Yamaha bietet dafür einige Gepäckoptionen, einen Motorschutzbügel sowie einen Hauptständer, der leider nicht serienmäßig ist. Doch irgendwo müssen die erschwinglichen Preise von 5 950 Euro für die Basisvariante und 6 495 Euro für die ABS-Version der neuen XJ6 herkommen, zumal der unproblematische Fahrspaß bereits inbegriffen ist.


Fahrpräsentation Yamaha XJ6
Thilo Kozik/mid
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