Last Update 07.04.2011 17:42 Uhr

Honda Crossrunner


Zweirädriger SUV

Honda Crossrunner
Die Mischung aus Straßenmotorrad und Enduro fällt sofort ins Auge.
Beinen auf den Boden und genießen dank des breiten Lenkers eine entspannte und aufrechte Oberkörperhaltung wie auf einer Reiseenduro oder einem Naked Bike. Das Ambiente setzt sich nach unten hin aber nicht fort: Durch die Lage der Fußrasten ergeben sich wie bei der VFR recht enge Kniewinkel, die für lange Reisen zu sportiv ausfallen dürften. Zusammen mit dem guten Knieschluss bewirken sie jedoch eine wesentlich innigere Verbindung zum Motorrad als auf einem eher doch passiv ausgelegten Reiseenduro-Arrangement. Dadurch und durch eine gelungene Gewichtsverteilung fühlt man sich auf Anhieb wohl, die Crossrunner macht das Motorradfahrer-Leben einfach und narrensicher - egal, ob langsames Wenden auf engen Straßen, Fahren durch Serpentinen oder schnelles Fegen durch Wechselkurven angesagt ist, diese Honda macht es jedem Fahrer leicht. Die sehr sensibel ansprechenden Federelemente mit mittellangen Federwegen sind ausreichend gedämpft, um auch bei flottem Kurvenspeed keine Unruhe aufkommen zu lassen. Andererseits erlauben sie einen ausgezeichneten Fahrkomfort auch auf üblen Fahrbahn-Belägen. Den Fahrgenuss komplettiert der Antrieb: Geschmeidig setzt der V4 Gasbefehle um und bietet schon frühzeitig verwertbaren Vortrieb. Und wenn die variable Ventilsteuerung unter deutlicher Geräuschzunahme des markanten Motorsounds alle vier Ventile öffnet, prescht die Crossrunner mit Verve voran und macht Überhol-Vorgänge zum Kinderspiel. Im gewundenen Hinterland dürften deutlich potentere Supersportler diese sehr einprägsame Front mit dem Zentralscheinwerfer jedenfalls kaum aus den Rückspiegeln

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bekommen. Serienmäßig verzögert die 800er mit einem ABS mit zwei 296-Millimeter-Bremsscheiben und Dreikolben-Schwimmsattel vorn sowie einer Scheibe hinten. Mit ordentlichem Druckpunkt und recht spät regelndem ABS bremst die Crossrunner sicher und zuverlässig, ein Aufstellmoment der Pirelli Scorpion Trail-Reifen beim Bremsen in Schräglage war nicht festzustellen. Diese sehen übrigens wie das ganze Gefährt nur nach Gelände aus, im Grunde ihres schwarzen Herzens sind die Pneus Straßenreifen mit unterschiedlich harten Laufflächen-Mischungen für eine engagierte Fahrweise. Dass man hinter der neuartigen Verkleidung einen guten Schutz vor dem Fahrtwind bekommt, ist ein weiterer Pluspunkt. Kritik ernten dagegen Rotstift Attacken wie eine fehlende hydraulische Federvorspannung am hinteren Federbein, für ein auf Zweierbetrieb ausgelegtes Motorrad heutzutage eigentlich selbstverständlich - die VFR hat dieses praktische Feature. Auch die bisweilen recht groben Spaltmaße der schwarzen Lenker-Verkleidung sind unschön, zumal sie voll im Blick liegen. Gut im Sichtfeld liegt auch das stark angehobene futuristische Cockpit, bei dem sich der LCD-Drehzahlmesser nur schlecht ablesen lässt. Unterm Strich hat Honda mit dem Crossrunner das erfolgreiche SUV-Konzept aus dem PKW-Bereich adaptiert. Und auch wenn dieses Motorrad etwas mehr Gelände-Tauglichkeit als ein reines Straßenbike mitbringt - der unkomplizierte und dennoch engagierte Fahrspaß auf Asphalt ist der größte Trumpf, den die 10750 Euro teure Crossrunner ab Mai zu bieten hat.


Honda Crossrunner
Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Jedenfalls wird der Crossrunner für viel Aufsehen auf den Boulevards dieser Welt sorgen.
Thilo Kozik/mid
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