Honda Fireblade mit Combined ABS
Supersport? Aber sicher!
Doha/Katar - Als erster Hersteller bietet Honda für seine Supersportmodelle CBR 600 RR und Fireblade ein innovatives elektrisch gesteuertes ABS-Kombibremssystem zum Aufpreis von 1 000 Euro an. Bislang gab es Kombibremssysteme nur für große Tourer, Naked Bikes und Roller. Der Nutzen eines Blockierverhinderers und die grundlegenden Vorteile des sogenannten CBS - die kombiniert aufeinander abgestimmte Bremskraft-verteilung zwischen Vorder- und Hinterrad für bessere Kontrolle und höhere Stabilität - sind mittlerweile unbestritten.
Die neue Honda-Technologie indes berücksichtigt erstmals die Supersport-spezifischen Anforderungen: Sport-motorräder tendieren aufgrund des kurzen Radstands und der relativ hohen Schwerpunktlage zum Bremsnicken, beim Verzögern wird das Heck entlastet, wodurch es unruhig wird. Im Gegensatz zu bekannten Systemen gibt es beim Honda Combined ABS keine mechanisch-hydraulische Kopplung mehr zwischen den Bremskreisen von Vorder- und Hinterrad. Die Betätigung der einzelnen Bremszangen erfolgt nach wie vor konventionell direkt über Hydraulikleitungen, alle Steuerprozesse laufen von einem speziellen ABS-Rechner elektronisch gesteuert ab, was eine sensible Verteilung der Bremskraft auf beide Räder zur Folge hat. Dadurch wird der Bauaufwand gegenüber herkömmlichen Systemen reduziert, trotzdem beläuft sich das Gesamt-gewicht aller Komponenten auf zehn Kilogramm.
Die sind jedoch schwerpunktgünstig nah am Motor untergebracht, so dass das Flaggschiff der Honda-Supersport-flotte, die CBR 1000 RR Fireblade, kaum spürbare Einbußen beim Handling hinnehmen muss. Die nun 210 Kilogramm leichte Fireblade lenkt sich sehr neutral ein und durcheilt Schräglagen wie Wechselkurven geradezu leichtfüßig. Für einen Supersportler legt die Fireblade sogar ein sehr ausgewogenes
Fahrverhalten an den Tag, das selbst in kniffligen Situationen keine unangenehmen Überraschungen bereithält.
Die zehn Zusatz-Kilo können auch der Dynamik des 178-PS-Bike praktisch nichts anhaben. Energisch beschleu-nigt der 999 ccm große Reihen-vierzylinder die Fireblade voran. Das große nutzbare Drehzahlband und das satte Drehmoment schon bei mittleren Drehzahlen machen die Gangwahl auf einer kurvenreichen Rennstrecke einfach: Ein zu hoher Gang am Kurvenausgang macht fast nichts, die Honda schiebt schon ab 6 000 Touren an wie ein Stier. Ob der etwas klein geratene Digital-Tacho am Ende der langen Zielgeraden nun ein bis zwei km/h weniger anzeigt als bei einem Modell ohne C-ABS, ist nicht überprüfbar und allein theoretischer Natur - bei Geschwindigkeiten jenseits der 270 km/h sind in erster Linie gute Bremsen wichtig. Hier werkelt das neue Honda-Combined ABS wie gewünscht und erweist sich als echter Fortschritt: Haut der Fahrer vorn mächtig in die Bremstasten, erzeugt das System eine kurzzeitige heftige Bremsung an der Hinterhand. Effekt: Das Heck wird ein wenig in die Federn gezogen, was eine allzu schnelle Entlastung des Hinterrades verhindert - das Heck beginnt nicht zu schlingern, wie ansonsten bei längeren maximalen Verzögerungen üblich. Umgekehrt bewirkt ein voll betätigter Fuß-bremshebel kurz vor dem Blockieren des Hinterrades eine stetig zunehmende Bremskraft am Vorderrad, was den Bremsvorgang wiederum für möglichst kurze Verzögerungswege optimiert. Registriert das System darüber hinaus einen Radstillstand, setzt wie gewohnt das ABS ein und verhindert ein Blockieren der Räder. Allerdings umgeht der ABS-Modulator, der den Bremsdruck reduziert, den Weg über den Bremshebel, was für besonders feine Regelvorgänge ohne Pulsieren in den Hebeln sorgt.
Einen häufigen Irrtum
Teststeno Honda CBR 1000 RR Fireblade mit Combinded ABS:
Supersportmotorrad mit flüssigkeitsgekühltem Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor, vier Ventile je Zylinder, Hubraum 999 ccm, max. Leistung 131 kW/178 PS bei 12 000 U/min, max. Drehmoment 112 Nm bei 8 500 U/min, elektronische Kraft-stoffeinspritzung, geregelter Katalysator, Sechsgang-Getriebe, Aluminium-Brückenrahmen, Upside-Down-Telegabel vorn, Zweiarmschwinge mit an-gelenktem Federbein hinten, Sitzhöhe 82 cm, Tankinhalt 17,7 l, Gewicht vollgetankt 210 kg, Zuladung 180 kg, zul. Gesamtgewicht 390 kg; Preis 14990 .