Last Update 03.10.2010 18:52 Uhr

Kawasaki Z 1000


Ein Streetfighter wird seinem Namen gerecht

Kawasaki Z 1000
als potenter Streetfighter alle Ehre. Dazu strömt ein passend-kerniger Sound aus den beiden doppelten Auspufftöpfen. Allerdings sollte man bei Tempolimits stets ein Auge auf die Tachonadel haben: Das Potenzial der 1 000er lässt die Geschwindigkeit mitunter sprunghaft ansteigen. Bis zu 240 km/h sind möglich; hier unterscheidet sich die neue Z nicht vom bisherigen Modell. Gleiches gilt für den kräftigen Winddruck hinter der kleinen Verkleidung. Ab 160 km/h wird der anbrausende Sturm auf Dauer unangenehm. Abhilfe verspricht eine Spoiler-Scheibe, die für 83,45 Euro im offiziellen Zubehör erhältlich ist. Grundsätzlich gilt jedoch: Wer auf der Autobahn unterwegs ist, schont mit ein klein wenig Zurückhaltung nicht nur die Nackenmuskulatur, sondern auch den Geldbeutel, steigt doch der Verbrauch bei flotter Gangart rasch über den Durchschnitt von 6,5 Litern Superbenzin für 100 Kilometern. Angesichts eines um 3,5 auf 15 Liter gesunkenen Tankvolumens ist man viel öfter auf der Suche nach einer Tankstelle, als einem lieb ist, warnt doch die Technik schon bei rund 150 Kilometern zum Stopp. Rechnerisch sind etwa 230 Kilometer möglich. Stressfreier gibt sich hingegen die Haftpflichtversicherung, die beispielsweise bei der AXA rund 151,05 Euro pro Jahr kostet. Doch eigentlich will die auf Fünfspeichen Gussrädern rollende Z 1000 nichts von

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Versicherungstarifen oder der Hatz über die Autobahn wissen, sondern viel lieber in ihr ureigenes Terrain eintauchen: die Landstraße. Hier kann die straffe Kawasaki ihre Talente voll ausspielen, auch wenn sie Flickschusterei im Asphalt nicht wirklich mag. Auf ordentlichem Untergrund hingegen bietet die Maschine exakt jenes beinahe wilde Fahrvergnügen, das die Optik verspricht abgerundet durch das einstellbare Fahrwerk, die 41er Upside down Gabel, das obligatorische ABS oder den neuen Aluminium Rückgratrahmen. Er wurde eigens für die 2010er Z1000 entwickelt, und ähnelt konzeptionell dem Rahmen der Ninja ZX 10R. Kawasaki gelang es erneut, eine potente Fahrmaschine auf die Räder zu stellen, bei der Designer und Ingenieure ganz offensichtlich kaum von der Buchhaltung und den Herren mit dem spitzen Bleistift eingebremst werden konnten. Resultat war eine abermals geschärfte Optik, unter der ein herrlich lebendiges Triebwerk seiner Arbeit nachgeht ganz, wie es sich für einen Streetfighter gehört, für den Vernunftsgründe wie Reichweite oder Soziuskomfort marginal sind. Wer zweirädrige Fortbewegung nicht allein als nüchterne Mobilität zwischen Start und Ziel sieht, sondern den Weg dazwischen auskosten möchte, der sollte sich die 11.295 Euro teure Z 1000 vielleicht einmal näher ansehen.


Kawasaki Z 1000
Heiko P. Wacker/mid
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