Last Update 17.02.2012 12:04 Uhr

KTM 990 SM-T


Gib dir die Kante -

KTM 990 SM-T
Kerniges Urviech: die KTM 990 SM-T.
Auspuffrohren entweicht, und es geht kernig weiter, wenn der erste Gang eingelegt ist, was übrigens, wie auch bei den weiteren fünf Gängen, erstaunlich weich vonstatten geht. Doch so sehr der Kernbeißer auch brüllen mag: Unter 4000 U/min ist erst einmal nicht viel los. Da dringen vor allem mechanische Geräusche aus dem Aggregat ans Ohr, dass man fast Angst um jedes Schräublein hat. Aber je höher die Drehzahl, desto mehr Dampf macht die KTM und desto flotter geht dann doch die Post ab. Bereits bei 7 000 U/min steht das maximale Drehmoment von 97 Nm zur Verfügung, bei 9000 U/min ist dann die Maximalleistung von 85 kW/116 PS erreicht. An den Fahrleistungen, der Qualität des Fahrwerks und der Präzision der Lenkung gibt es nichts zu kritisieren. Da erweist sich die SM-T als perfekt, egal, ob man in der Stadt, auf kleinen und schlecht asphaltierten Straßen oder auf dem breiten Betonband der Autobahn unterwegs ist. Die angegebene Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h erreicht die Österreicherin eher mühevoll, aber man kann mit ihr auch deutlich langsamer unterwegs sein und trotzdem zügig vorankommen. Die Bremsen am Vorderrad beißen sehr gut, hinten erfüllt der Stopper eher eine Alibifunktion. Das

ABS regelt fein. Einziges Zugeständnis an die modernen Zeiten ist bei dem Fernreise-Eisen neben einer Warnblinkanlage das informative Cockpit mit Drehzahlmesser, LED-Anzeige und Balkendiagramm für die Kühlmittel-Temperatur. Auf Knopfdruck erfährt der Fahrer die Umgebungstemperatur, auf eine Tankanzeige muss der Pilot jedoch verzichten. Die wäre allerdings sehr hilfreich, denn auch beim Verbrauch ist die 990 SM-T recht kernig: 7,2 Liter genehmigte sie sich im Schnitt auf 100 Kilometer. Da ist das 19-Liter-Kunststoffbehältnis nur zu schnell leer. Dieser unmäßige Durst ist dann aber auch der einzige ernsthafte Kritikpunkt. Ansonsten sind auch die nicht vibrationsfreien Rückspiegel, der tendenziell recht heiße Motor und das Gefummle mit dem am Entlüftungs-Schlauch hängenden Tankdeckel zu beanstanden, ernsthaft stören sie den Spaß aber nicht. Der Rest ist kernig und gut. Für 12 595 Euro gibt es mit der KTM 990 SM-T also eine interessante Alternative bei den großen Enduros für all diejenigen, die sich gerne aufs Wesentliche konzentrieren und sich nicht von Schnickschnack und nicht immer notwendigen Spielereien ablenken lassen wollen.


KTM 990 SM-T
Auf winkeligen Bergstraßen ist die kräftige SM-T in ihrem Element.
Werner Wagner/ mid
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