Last Update 18.04.2011 15:50 Uhr

Moto Guzzi Norge GT 8V


Adler auf Tour

Moto Guzzi Norge GT 8V
eine Lambdasonde für jeden Zylinder optimieren Leistungsentfaltung sowie die Abgasentwicklung. Ein neues Auspuffsystem sorgt dabei für mehr Druck. Unterm Strich stehen dem Norge-Treiber nun 75 kW/102 PS bei 7 000 U/min und ein maximales Drehmoment von 104 Nm bei 5 500 U/min zur Verfügung. Dieses setzt der Sporttourer sehr harmonisch um. Schon ab 3 000 Touren produziert der charakterstarke V2 ordentlichen Vortrieb, untermalt vom satten, erstaunlich voll tönenden Guzzi-Sound. Vor allem beim Gasaufreißen im mittleren Drehzahlbereich nimmt die Geräuschkulisse imposante Ausmaße an, der Druck aus dem Kessel hält damit jedoch nicht mit, der große Motor leidet unter einer etwas langen Übersetzung. Dafür entfaltet er seine Kraft deutlich harmonischer und kräftiger als der Vorgänger, ohne dass ihm oben herum die Puste ausgeht. Ausgesprochen gut lässt sich das Sechsganggetriebe schalten, auch wenn der erste Gang nicht immer sofort flutscht. Und die Handkraft für die Kupplung fällt angenehm niedrig aus. Lästige Lastwechselreaktionen eliminiert die gelungene Momentabstützung der patentierten Schwinge. Um den mächtigen Motor schraubten die Entwickler einen stabilen Stahlrohrrahmen, der einem modernistischen, stark zerklüfteten Kunststoffkleid Halt gibt. Die im Windkanal aerodynamisch optimierte Verkleidung sorgt zusammen mit dem elektrisch verstellbaren Windschild in der Tat für guten Wind- und Wetterschutz. Unglücklich ist indes die Verteilung der Bedienelemente auf die linke und rechte Lenkerarmatur, so dass man zum Herunterfahren des Schilds mit dem an

Moto Guzzi Norge GT 8V

der rechten Lenkerhälfte angebrachten Knopf die Hand vom Gasgriff nehmen oder mit links herüber greifen muss. Hinterm gut zur Hand liegenden Lenker genießt die Besatzung auf der breiten, leider nicht höhenverstellbaren Sitzbank ein tourensportlich orientiertes Ambiente, das den Fahrer bestens mit dem Motorrad koppelt. Nur die Rasten sind eine Spur zu hoch angebracht. Die gute Fahrerintegration ist das eine, das überarbeitete Fahrwerk das andere: Dank Gewichtseinsparungen ergibt sich eine ausbalancierte Schwerpunktlage, die zusammen mit der neuen progressiven Abstimmung von 45-Millimeter-Telegabel und Zentralfederbein auf verwinkelten Straßen für einen Fahrgenuss sorgt. Die Norge biegt, trotz ihres nicht gerade geringen Trockengewichts von 257 Kilogramm, leichtfüßig um die Ecken, benimmt sich dabei aber ausgesprochen neutral. Das dürfte nicht zuletzt ein Verdient der neuen Pirelli Angel ST-Bereifung sein, die zur Norge passt wie Guzzi zu Mandello. Die nach wie vor komfortabel ausgerichtete Abstimmung beschert einen tadellosen Fahrkomfort. Erst starkes Gasgeben weckt den Wunsch nach einer strafferen Dämpfung. Notfalls hilft das serienmäßige ABS aus - verlässlich, vorn etwas viel Handkraft verlangend, arbeitet es unauffällig, aber effektiv. Für den nach wie vor stolzen Preis von 15 500 Euro bietet die neue Norge GT weit mehr als das traditionelle Flair Moto Guzzis, der voll ausgestattete Sporttourer erfreut mit einem ungewohnten Maß an Fahraktivität, Ausgewogenheit und Alltagstauglichkeit.
Thilo Kozik/mid
Diese Seite bei Mister Wong bookmarken. Diese Seite bei Google bookmarken. Diese Seite bei Yahoo.com bookmarken. Diese Seite bei WebNews bookmarken. Diese Seite bei YiGG bookmarken. Diese Seite bei LinkARENA bookmarken.

Fahrbericht
Triumph Explorer

Malaga/Spanien - Der traditionsreiche britische Motorradsteller Triumph versteht sich auf den Bau klassischer

Fahrbericht
Honda Crosstourer

Tarragona/Spanien - Sportler sind out, Reiseenduros sind in, auf diesen kurzen Nenner lässt sich die

Rückrufaktion
Suzuki Burgman und V-Strom 650

Bensheim - Ab in die Werkstatt heißt es für alle Zweiradfahrer, die eine Suzuki DL 650 V- Strom oder einen Suzuki